Ein Eberbacher Maler in München

Rudolf Epp
Eberbach 1834 – 1910 München

Leben und Werk

vom 13. Mai bis 30. September 2018 im Museum

Zum ersten Mal überhaupt wird das Werk des Malers Rudolf Epp (1834 – 1910) in einer großen, nur ihm gewidmeten Ausstellung gezeigt. In Eberbach als Sohn eines Dekorationsmalers geboren, wurde Rudolf Epp in München berühmt.

(Rudolf Epp (1834 -1910), Selbstbildnis, Privat)

Sein künstlerisches Talent zeigte sich sehr früh und er wurde auf die „Großherzogliche Zeichenschule zu Darmstadt“ geschickt. Anschließend studierte er in Karlsruhe Landschaftsmalerei bei Johann Wilhelm Schirmer und Figurenmalerei bei Ludwig Des Coudres. 1863 zog er nach München, gründete dort eine Familie und etablierte sich als Künstler. Schnell hatte er sich einen guten Ruf erarbeitet und konnte von seiner Kunst angenehm leben. Obwohl er Motive oft mehrfach darstellte, sehen seine Bilder nicht nach „Routine“ aus.
 
In München lebte er im Künstlerviertel nahe der Bavaria und der Ruhmeshalle, einer seiner besten Freunde war der „Malerfürst“ Franz von Lenbach und dessen Freund Wilhelm Busch, der Erfinder von „Max und Moritz“.

Epp malte Bilder aus dem Alltagsleben der Menschen in der Stadt und auf dem Land. Auch die bayerische Seenlandschaft zwischen München und den Alpen hielt er auf seinen Gemälden fest, bei gutem Wetter, zwischen Chiemsee und Watzmann.

(Rudolf Epp (1834 -1910), Seelandschaft mit Martel, Privat)

Ihm gefiel die Trachtenkleidung der Frauen und Männer in Oberbayern und Tirol, seine Szenen aus dem Leben der einfachen Menschen sind mit einem humorvollen Blick erfaßt oder mit großer Einfühlsamkeit für ihr Tun.

(Rudolf Epp (1834 -1910), Der ungebetene Gast, Stadt Eberbach)


 (Rudolf Epp (1834 -1910), Junge Frau in Tracht, Stadt Eberbach)

Epps „Genrestücke“ fanden große Anerkennung. Er verkaufte seine Bilder bis nach USA.

Seine Motive wurden ab 1890 in vielen Zeitschriften abgebildet, sie wurden als Buchillustrationen verwendet und auch in hoher Auflage als Postkarten verkauft. Es gab sogar schon farbige „Poster“ seiner Bilder, die als „Öldrucke“ von weniger reichen Bewunderern seiner Kunst gesammelt werden konnten und unter Glas gerahmt deren Wohnzimmer schmückten. Diese frühe Nutzung der damals schon raffinierten Reproduktionstechniken für seine Kunst zeigt Epps Sinn für Geschäftstüchtigkeit, die man nicht erwartet, wenn man seine Bilder betrachtet, in welchen er „die gute alte Zeit“ weiterleben läßt.

Die Ausstellung zeigt in zwei Teilen über 130 Gemälde und Zeichnungen und eine Dokumentation von Reproduktionen Epp'scher Bilder und Postkarten.

Wegen der Fülle der uns zur Verfügung gestellten Werke werden Anfang August Bilder ausgetauscht und der zweite Teil der Ausstellung eröffnet.


Öffnungszeiten:
Di + Fr 15 – 17 h, Sa + So 14 – 17 h
nach tel. Vereinbarung Tel. 06271-87242, Fax 06271-87254